Warum sieht das Gebäude wie eine Moschee aus?

Die Yenidze in Dresden sieht aus wie eine Moschee – war aber nie eine. Das Gebäude wurde 1909 als Zigarettenfabrik errichtet. Fabrikant Hugo Zietz wollte einen Bau, der zugleich die damaligen städtischen Vorgaben erfüllte und als auffälliges Werbezeichen für seine orientalisch vermarkteten Tabakprodukte funktionierte. Deshalb ließ er die Fabrik von Architekt Martin Hammitzsch mit Kuppel, orientalischen Ornamenten und einem Schornstein gestalten, der wie ein Minarett aussieht.

Der Name „Yenidze“ stammt von einem damaligen Tabakanbaugebiet rund um Giannitsa im heutigen Griechenland, dessen türkischer Name Yenidze lautete. Umgangssprachlich wird das Gebäude deshalb bis heute häufig als „Tabakmoschee“ bezeichnet.

Geschichte der Yenidze

1886 gründete Hugo Zietz in Dresden die Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik Yenidze. Für einen repräsentativen Neubau beauftragte er 1907 den Architekten Martin Hammitzsch. 1909 wurde das neue Fabrikgebäude fertiggestellt und eröffnet.

Architektonisch ist die Yenidze keine direkte Kopie einer konkreten Moschee. Sie verbindet Jugendstil mit maurisch-orientalischen Gestaltungselementen. Besonders charakteristisch sind die große farbige Glaskuppel, die orientalisch wirkenden Fensterformen und der verkleidete Fabrikschornstein. In der Kuppel befanden sich ursprünglich sogar Ruhe- und Erholungsräume für die Beschäftigten.

Auf fünf Etagen wurden Zigaretten hergestellt. Der Rohtabak lagerte und wurde im Untergeschoss vorbereitet. 1924 wurde die Fabrik an den Reemtsma-Konzern verkauft, der die Produktion weiterführte.

Schäden im Zweiten Weltkrieg

Bei den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 wurde etwa ein Drittel der Yenidze zerstört. Besonders schwer betroffen war der Südflügel; auch die charakteristische Kuppel wurde beschädigt.

Bereits 1947 konnte die Zigarettenproduktion wieder aufgenommen werden. 1953 endete die eigentliche Zigarettenherstellung jedoch. Danach nutzte der VEB Importtabak beziehungsweise später der VEB Tabakkontor das Gebäude vor allem zur Lagerung von Rohtabak und zur Versorgung der DDR-Zigarettenindustrie.

Sanierung nach 1990

Nach der Wiedervereinigung wurde die Yenidze verkauft und umfangreich saniert. Dabei rekonstruierte man unter anderem den zerstörten Südflügel. Für die Kuppel wurden rund 860 Quadratmeter Glas nach historischen Vorlagen neu gefertigt.

1997 wurde das Gebäude als Bürohaus wiedereröffnet. Seit 2014 befindet sich die Immobilie im Bestand der heutigen Eigentümerstruktur und wird weiterhin als Bürostandort betrieben.

Yenidze Dresden

Foto: Sebastian Weingart (DML-BY)

Was kann man heute in der Yenidze machen?

Die Yenidze ist heute vor allem ein Büro- und Gewerbegebäude. Die regulären Bürobereiche sind daher keine frei zugängliche Sehenswürdigkeit wie ein Museum. In der Kuppel befinden sich jedoch Gastronomie und Veranstaltungsangebote, die auch Besuchern offenstehen.

Essen im Kuppelrestaurant

Im oberen Bereich befindet sich ein Kuppelrestaurant, das regionale und internationale Küche anbietet. Laut Betreiber ist das Restaurant täglich von 12 bis 23 Uhr geöffnet. Im Sommer ergänzt eine Dachterrasse das Angebot.

Von dort reicht der Blick über Dresden und bei gutem Wetter bis in Richtung Elbsandsteingebirge. Besonders reizvoll ist der Besuch am Abend, wenn die Kuppel beleuchtet ist.

Theater und Märchenveranstaltungen

Unter der Kuppel befindet sich außerdem das Yenidze Theater. Dort werden Erzählkunst, Märchen, Musik, Tanz und andere Kulturformate angeboten.

Zum Programm gehören sowohl Veranstaltungen für Erwachsene als auch Familienvorstellungen. Thematisch reicht das Spektrum von Geschichten aus dem Orient und Indien bis zu modernen Interpretationen traditioneller Erzählungen.

Architektur anschauen und fotografieren

Auch ohne Restaurant- oder Theaterbesuch lohnt sich die Yenidze als Fotomotiv. Besonders gut lässt sich die ungewöhnliche Architektur von der Umgebung der Marienbrücke, der Friedrichstadt oder aus Richtung Bahnhof Dresden Mitte betrachten.

Die große Glaskuppel und der minarettartig verkleidete Schornstein bilden einen starken Kontrast zur barocken Dresdner Altstadt.

Ist die Yenidze eine echte Moschee?

Nein. Die Yenidze war zu keiner Zeit als islamisches Gotteshaus geplant oder genutzt. Sie wurde von Anfang an als Fabrik errichtet.

Die moscheeähnliche Gestaltung hatte zwei wesentliche Gründe: Zum einen sollte die Fabrik nicht wie ein typischer Industriebau erscheinen, zum anderen war die orientalische Architektur ein ausgesprochen wirkungsvolles Marketinginstrument für die damaligen Zigarettenmarken.

Lage und Anreise

Die Yenidze liegt am östlichen Rand der Dresdner Friedrichstadt, nur wenige Gehminuten von der historischen Innenstadt entfernt.

Besonders gut erreichbar ist sie über den Bahnhof Dresden Mitte. Dort halten die S-Bahn-Linien S1 und S2 sowie mehrere Straßenbahnlinien.

Kontaktdaten im Überblick

Kontakt Information
Adresse Yenidze, Weißeritzstraße 3, 01067 Dresden
Gebäudemanagement EB Immobilienmanagement GmbH
Telefon Vermietung / Objektanfragen +49 (0) 351 48527099
E-Mail marketing@eb-immo.de
Webseite www.yenidze.eu
Kuppelrestaurant Täglich laut Betreiber 12:00–23:00 Uhr; Reservierungsanfragen direkt an den Restaurantbetreiber
ÖPNV S-Bahn S1 und S2 bis Dresden Mitte; zusätzlich mehrere Straßenbahn- und Buslinien


Die Objektverwaltung weist ausdrücklich darauf hin, dass Restaurantreservierungen nicht über das Gebäudemanagement vorgenommen werden sollen.

Fazit

Die Yenidze ist eines der ungewöhnlichsten Gebäude Dresdens. Ihre Form erinnert bewusst an eine Moschee, tatsächlich entstand sie jedoch als spektakuläre Werbe- und Produktionsstätte einer Zigarettenfabrik.

Heute verbindet das denkmalgeschützte Gebäude Büroflächen mit Gastronomie und Kultur. Besonders interessant für Besucher sind das Kuppelrestaurant, die Dachterrasse und die Veranstaltungen im Yenidze Theater. Damit ist die ehemalige „Tabakmoschee“ bis heute nicht nur ein markantes Fotomotiv, sondern auch ein lebendiger Teil der Dresdner Friedrichstadt.

Foto Header: Foto: DMG/Sylvio Dittrich (DML-BY)

Hinweis: Dieser Text wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und von der Redaktion geprüft.

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