Cafés haben sich still und leise zu einem der prägendsten Arbeitsorte des modernen Stadtlebens entwickelt. Für Freelancer, hybrid arbeitende Menschen und digitale Nomaden in Europa und auf der ganzen Welt bieten sie etwas, das dem Homeoffice oft fehlt: guten Kaffee, einen Tapetenwechsel und gerade genug geschäftige Hintergrundatmosphäre, damit sich die Arbeit weniger einsam anfühlt. Diese Entwicklung spiegelt einen umfassenderen Wandel darin wider, wie und wo Menschen arbeiten.

Was macht ein Café wirklich zu einem guten Arbeitsplatz?

Die offensichtlichste Voraussetzung ist WLAN, doch das ist nur der Anfang. Ein wirklich gutes Café für Remote-Arbeit erfüllt in der Regel gleich mehrere grundlegende Anforderungen: stabiles Internet, bequeme Sitzgelegenheiten, ausreichend Platz auf dem Tisch für einen Laptop und zumindest eine gewisse Chance, eine Steckdose zu finden. Auch die Atmosphäre spielt eine Rolle. Manche Menschen arbeiten am besten mit einem leisen Stimmengewirr im Hintergrund, während andere ruhigere Ecken und entspanntere Vormittage brauchen. Die besten Cafés zum Arbeiten sind diejenigen, in denen man sich problemlos niederlassen, konzentrieren und ein paar Stunden arbeiten kann, ohne das Gefühl zu haben, unerwünscht lange zu bleiben.

In der Praxis hängt der richtige Ort häufig von der jeweiligen Aufgabe ab. Unabhängige Cafés eignen sich oft besser zum Schreiben und für konzentriertes Arbeiten, während Caféketten häufig berechenbarere Raumaufteilungen, längere Öffnungszeiten und bessere Chancen auf einen Zugang zu Steckdosen bieten.

Unterschiedliche Orte eignen sich für unterschiedliche Arten von Arbeit

Auch die Tageszeit macht einen Unterschied. Ruhige Vormittage eignen sich in der Regel am besten für Aufgaben, die eine stärkere Konzentration erfordern, sowie zum Schreiben und Planen. Belebtere Nachmittage können sich dagegen weiterhin gut für leichtere Tätigkeiten eignen, etwa zum Abarbeiten des Posteingangs, für administrative Aufgaben oder lockere Telefonate.

Menschen, die das Arbeiten im Café am effektivsten nutzen, betrachten es meist weniger als spontane Gewohnheit und mehr als feste Routine. Sie nutzen unterschiedliche Orte für unterschiedliche Arten von Arbeit, anstatt zu erwarten, dass ein einziges Café für jede Aufgabe geeignet ist. Genau das ist ein Teil dessen, was das Arbeiten im Café so attraktiv macht. Richtig umgesetzt verleiht es dem Tag etwas mehr Struktur und Abwechslung. Die Arbeit kann sich dadurch weniger eingeengt anfühlen, ohne dass dafür ein vollständiger Arbeitsweg oder ein klassisches Büro erforderlich ist.

Die Bequemlichkeit von öffentlichem WLAN birgt Risiken

Diese Bequemlichkeit hat allerdings auch einen Haken. Ein großer Teil der Arbeit im Café ist auf öffentliches oder halböffentliches WLAN angewiesen. Die Verbindung mit öffentlichem WLAN oder mit unsicheren Netzwerken kann es Angreifern im selben Netzwerk ermöglichen, Daten abzufangen oder zu manipulieren.

Das ist relevant, weil bei der Arbeit im Café häufig genau jene Aktivitäten stattfinden, bei denen Menschen in offenen Netzwerken besonders vorsichtig sein sollten: E-Mails abrufen, mit Cloud-Dokumenten arbeiten sowie gespeicherte Anmeldedaten und Kundenkonten nutzen. Das Risiko besteht nicht darin, dass zu jedem Flat White irgendwo in der Ecke ein Hacker sitzt. Vielmehr sind gemeinsam genutzte Netzwerke eben gemeinsam genutzte Umgebungen – und mittlerweile erledigen Menschen darüber überraschend viele wichtige berufliche Aufgaben.

Produktivität funktioniert am besten, wenn Datenschutz zur Routine gehört

Deshalb sollten gute Gewohnheiten beim Arbeiten im Café neben einem rücksichtsvollen Umgang mit Ladegeräten und Steckdosen auch digitale Vorsicht umfassen. Software auf dem neuesten Stand zu halten, starke Passwörter zu verwenden und die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren, bleibt wichtig.

Für Menschen, die den Großteil ihrer Arbeit in Browser-Tabs erledigen, kann außerdem ein browserbasiertes Datenschutztool wie ein VPN als praktische zusätzliche Schutzebene beim Surfen und bei Anmeldungen über öffentliches WLAN sinnvoll sein – vorausgesetzt, man ist sich über dessen Grenzen im Klaren.

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