Das deutsche Bundesland Niedersachsen fordert eine Verschärfung der Regelungen und Gesetzgebungen in Bezug auf In-Game-Kauf Angebote im Online Gaming Bereich. Das Ziel, welches hier verfolgt, wird, ist klar. Denn Politiker sind sich darüber einig, dass eine solche Mechanik stark an Mechanismen erinnert, welche besonders im Online Glücksspielsektor verwendet werden und möchten ein Zeichen zum Thema Spielerschutz setzen. Was bedeutet das für Spieler in Sachsen?

In der erhitzten Diskussion geht es in erster Linie um die sogenannten "Lootboxen", wie man sie besonders aus bekannten "Electronic Arts" Sport-Titeln wie "FIFA" kennt.

Der Ansatz gestaltet sich wie folgt: Spieler können Lootboxen nach dem Erwerb des Videospieltitels innerhalb des Spiels in einem integrierten In-Game-Shop kaufen, um vornehmlich kosmetische Veränderungen an Ihrem Spielcharakter oder weiteren Spielelementen vorzunehmen. Was den Spieler schlussendlich beim Öffnen einer solchen Überraschungskiste erwartet, gestaltet sich völlig zufällig.

Das Bundesland Niedersachsen ist besorgt, denn dieses System ähnelt aufgrund des Zufallsfaktors stark einem klassischen Online Casino Slot und sieht sich somit zur Handlung gezwungen.

Die Forderungen des Bundeslandes Niedersachsen

Der Innenminister Niedersachsens, Boris Pistorius, nimmt sich ein Beispiel an Ländern wie den Niederlanden oder Belgien, in welchen das Angebot von Lootboxen in regulären Videospielen schon seit einiger Zeit strengen Regeln unterliegt, oder teilweise sogar komplett verboten ist. Pistorius sieht die Gefahren, welche mit einer solchen Mechanik einhergehen, kritisch und wünscht sich auch in Deutschland eine solche Rechtsgebung.

Der Umgang mit dem Thema Glücksspiel gestaltet sich seit der Einführung des Glücksspielstaatsvertrages im Jahr 2021 bewusster denn je. Viele seriöse Online Glücksspielplattformen sind seitdem neu gestartet und getestet durch vertrauenswürdige Online Vergleichsportale, gestaltet sich der Markt seriöser. Online Vergleichsportale bieten Spielern eine frei zugängliche Ressource, welche es ihnen erlaubt anhand Expertenwissen eine fundierte Entscheidung für oder gegen eine Registrierung bei einem neuen Betreiber zu treffen.

Ob die Forderungen von Boris Pistorius anhand der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung des Online Glücksspiels durch den Glücksspielstaatsvertrag durchzusetzen sind und Anklang finden, bleibt dahingestellt, denn besonders die Online Casino Branche brachte dem deutschen Staat durch regulierte und lizenzierte Plattformen hohe Steuereinnahmen.

Die aktuelle Gesetzgebung und neue Möglichkeiten

Die Handhabung im Umgang mit Videospielinhalten wird in Deutschland durch das geltende Jugendschutzgesetz geregelt. Das Thema Lootboxen befindet sich hier in einer Grauzone, welche einer besonderen Aufmerksamkeit durch den Staat bedarf.

Ein Argument, welches für das Angebot an Lootboxen in In-Game-Shops spricht, ist der nicht greifbare Wert der Inhalte solcher Boxen. Dieser Punkt trifft bei versierten Kritikern jedoch auf Protest, denn Experten wissen, dass Unmengen an Portalen existieren, auf welchen diese virtuellen Gegenstände im Austausch gegen echtes Geld verkauft werden können und gehandelt werden. Diese Online Portale sind inoffiziell organisiert und fallen daher nicht in den Zuständigkeitsbereich der Spieleentwickler. Dieser Faktor erschwert eine Regulierung der Nischenbranche.

Die Unterschiede des Free-to-Play Spielangebots

Sogenannte "Free-to-Play" Titel sind an dieser Stelle besonders kritisch zu betrachten. In diesem Bereich des Videospielsektors finden sich Spiele, welche sich qualitativ kaum mehr von den AAA-Titeln der bekannten Spieleschmieden wie "Bethesda" oder "Ubisoft" unterscheiden und diese durch Zahlen an aktiven Spielern sogar oft toppen. Einige davon sind fair und bieten rein kosmetische Verbesserungen zum Kauf an, während wiederum andere in die Kategorie "Pay-to-Win" fallen.

Die Kategorie "Pay-to-Win" findet sich vornehmlich im Bereich der mobilen Videospiele für Smartphones wieder. Pay-to-Win bedeutet, dass ein Free-to-Play Titel in seinem In-Game Shop Repertoire nicht bloß kosmetische Verbesserungen anbietet, welche keinen weiteren Einfluss auf das Spielgeschehen haben. Diese Titel erlauben es dem Nutzer den Levelaufstieg gegen den Einsatz von Echtgeld zu verkürzen, oder mächtige Gegenstände zu erwerben, um auf schnellem Wege einen Vorteil gegenüber anderen Spielern zu erhalten.

Besonders diese Pay-to-Win Titel sind es, welche oft dazu verleiten unüberlegt Geld auszugeben und eine besondere Gefahr darstellen. Auch in diesem Feld des Online Videospiel Angebots sind Lootboxen sehr beliebt und ein wichtiges Thema.

Der Umgang mit Lootboxen auf internationaler Ebene

Belgien führte bereits im Jahr 2018 eine Gesetzgebung ein, welche besagte Lootboxen offiziell in die Kategorie Glücksspiel einordnet. In Holland gestaltet sich die Gesetzgebung ähnlich und Spieleschmieden sind dazu gezwungen, ein solches Angebot aus den In-Game-Shops des Landes zu verbannen oder stark zu regulieren.

"Activision" und "Electronic Arts" streben es an, dieser Gesetzgebung Folge zu leisten, indem diese Softwaregiganten mehr Transparenz im Umgang und Angebot mit dem Thema Lootboxen für die Zukunft versprachen.

So könnte sich das Thema Lootboxen in für Spieler aus Sachsen gestalten

Deutschland hängt diesen den progressiven Regelungen dieser 2 Nachbarländer im Umgang mit Lootboxen und Pay-to-Win noch hinterher, doch dieser Umstand könnte sich schon bald von Grund auf neu gestalten.

Angestoßen durch die Forderungen und die Bedenken des niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius schenkt der Bundestag diesem lange außer Acht gelassenen Aspekt nun mehr Aufmerksamkeit und es bleibt auf lange Sicht abzuwarten, ob sich die deutsche Politik für einen ähnlichen Umgang mit dem heiß diskutierten Thema Lootboxen entscheidet, oder einen anderen Weg der Vorgehensweise wählt.

Das Bundesland Niedersachsen hat durch die Forderung zur Verschärfung von Gesetzgebungen in diesem Bereich der Unterhaltungsindustrie auch für die sächsische Politik einen Denkanstoß zum Thema digitales Bewusstsein und dem Verbraucherschutz gesetzt. Die Zukunft wird zeigen, ob die Lootboxen auch hierzulande schon bald in die Kategorie Glücksspiel fallen.

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