Geschichte, Gottesdienste & Besucherinfos

Die Nikolaikirche in Leipzig ist weit mehr als ein Sakralbau. Sie gilt als Wiege der Friedlichen Revolution von 1989 und ist eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt. Mit ihrer zentralen Lage am Nikolaikirchhof, der außergewöhnlichen klassizistischen Innenraumgestaltung und ihrer Rolle als Ort des gesellschaftlichen Wandels verbindet sie Architektur, Glauben und Zeitgeschichte auf einzigartige Weise.

Öffnungszeiten & Eintritt

Die Nikolaikirche ist ganzjährig für Besucher geöffnet. Die Zeiten können sich je nach Saison, Gottesdiensten und Veranstaltungen leicht ändern.

Zeitraum Öffnungszeiten Eintritt
Montag – Samstag 10:00 – 18:00 Uhr Eintritt frei (Spenden erbeten)
Sonntag nach den Gottesdiensten geöffnet Eintritt frei
Gottesdienste währenddessen keine Besichtigung


Hinweis: Für Führungen, Konzerte oder Sonderveranstaltungen können gesonderte Eintrittspreise gelten.

Gottesdienste & kirchliches Leben

Als evangelisch-lutherische Pfarrkirche ist die Nikolaikirche ein lebendiger Ort des Glaubens. Besonders bekannt sind die Friedensgebete, die bis heute regelmäßig stattfinden.

Tag Uhrzeit Gottesdienst
Montag 17:00 Uhr Friedensgebet
Sonntag 10:00 Uhr Hauptgottesdienst
Feiertage variabel Festgottesdienste


Die Friedensgebete stehen allen offen – unabhängig von Konfession oder Weltanschauung – und sind ein lebendiges Symbol für Dialog, Gewaltfreiheit und Zusammenhalt.

Veranstaltungen & Konzerte

Die Nikolaikirche ist zugleich ein wichtiger Kultur- und Veranstaltungsort in Leipzig. Dank ihrer besonderen Akustik und zentralen Lage finden hier regelmäßig hochkarätige Veranstaltungen statt.

Regelmäßige Formate

  • Orgel- und Chorkonzerte
  • Musikalische Andachten
  • Gedenkveranstaltungen zur Friedlichen Revolution
  • Diskussionsabende & Zeitzeugengespräche
  • Ökumenische Gottesdienste

Besondere Höhepunkte sind die Veranstaltungen rund um den 9. Oktober, den Jahrestag der entscheidenden Montagsdemonstration von 1989.

Nikolaikirche in Leipzig

Historie der Nikolaikirche

Mittelalterliche Ursprünge

Die Nikolaikirche wurde erstmals 1165 erwähnt und ist damit die älteste Kirche Leipzigs. Ursprünglich romanisch, wurde sie im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und erweitert.

Wandel zur klassizistischen Kirche

Im späten 18. Jahrhundert erhielt der Innenraum sein heutiges Erscheinungsbild. Der Architekt Johann Carl Friedrich Dauthe gestaltete die Kirche im klassizistischen Stil um. Die berühmten palmenartigen Säulen symbolisieren Wachstum, Frieden und Erneuerung.

Zentrum der Friedlichen Revolution

Ab den frühen 1980er-Jahren entwickelte sich die Nikolaikirche zu einem Treffpunkt der DDR-Opposition. Die Montagsgebete mündeten 1989 in Massendemonstrationen, die entscheidend zum Sturz der DDR-Diktatur beitrugen. Der Ruf „Keine Gewalt“ wurde von hier aus in die Welt getragen.

Heute erinnert die Kirche nicht nur an diese Ereignisse, sondern lebt deren Geist aktiv weiter.

Architektur & Besonderheiten

  • Klassizistischer Innenraum mit einzigartigen Palmensäulen
  • Helle, offene Raumwirkung
  • Historische Orgel und moderne Konzerttechnik
  • Zentrale Lage am Nikolaikirchhof
  • Außeninstallation „Nikolaipfahl“ als Symbol der Friedlichen Revolution

Kontakt & Besucherinformationen

Information Details
Name Nikolaikirche Leipzig
Adresse Nikolaikirchhof 3, 04109 Leipzig
Telefon 0341 / 9612440
E-Mail kirchspiel.leipzig@evlks.de
Webseite www.nikolaikirche.de
ÖPNV S- & Straßenbahn bis Augustusplatz oder Markt


Fazit

Die Nikolaikirche Leipzig ist ein Ort von außergewöhnlicher historischer und gesellschaftlicher Bedeutung. Sie verbindet mittelalterliche Wurzeln mit klassizistischer Eleganz und moderner Zeitgeschichte. Als Ausgangspunkt der Friedlichen Revolution steht sie bis heute für Mut, Dialog und Gewaltfreiheit.

Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Geschichtsinteressierte, sondern für alle, die Leipzigs Identität verstehen möchten.

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