Das Kloster St. Marienthal bei Ostritz gehört zu den bedeutendsten Klosteranlagen Sachsens. Direkt an der Lausitzer Neiße und nur wenige Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, verbindet die Anlage jahrhundertealte Ordensgeschichte mit barocker Architektur und lebendigem Klosterleben.

St. Marienthal ist bis heute eine aktive Zisterzienserinnenabtei. Besucher können Teile der Anlage besichtigen, an Führungen teilnehmen, Gottesdienste besuchen oder das Kloster als Ausgangspunkt für Ausflüge im deutsch-polnischen Grenzgebiet nutzen. Seit 2022 gehört die Abtei zur Kongregation der Heiligen Gertrud der Großen.

Geschichte

Gegründet wurde St. Marienthal am 14. Oktober 1234 durch Königin Kunigunde von Böhmen. Wenige Jahre später wurde das Kloster in den Zisterzienserorden aufgenommen. Damit blickt die Gemeinschaft auf fast acht Jahrhunderte Ordensgeschichte zurück.

Die Geschichte verlief jedoch keineswegs ruhig. 1427 zerstörten Hussiten die Klostergebäude; der Konvent musste für rund 30 Jahre nach Görlitz ausweichen. Auch während der Reformation hielten die Schwestern am katholischen Glauben und am Ordensleben fest. Anfang des 19. Jahrhunderts entging das Kloster außerdem der Säkularisation und staatlichen Aufhebung.

Ein einschneidendes Ereignis war der Großbrand von 1683, bei dem die Klosteranlage vollständig zerstört wurde. Der Wiederaufbau dauerte bis 1744 und verlieh St. Marienthal im Wesentlichen seine heutige barocke Gestalt. 1728 entstand außerdem der Kreuzweg auf dem westlich gelegenen Schutzberg.

Auch Hochwasser prägte die Geschichte. 1897 wurde die barocke Innenausstattung der Klosterkirche weitgehend zerstört. Besonders schwer traf die Anlage das Neiße-Hochwasser vom August 2010: Das gesamte Klostergelände wurde überflutet, Schäden in Millionenhöhe entstanden. Die Klosterkirche konnte nach umfangreicher Sanierung 2014 wieder eingeweiht werden.

Nach 1945 lag St. Marienthal unmittelbar an der neu entstandenen deutsch-polnischen Grenze. 1992 wurde auf dem Gelände das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal gegründet, das sich der Verständigung über nationale, kulturelle und konfessionelle Grenzen hinweg widmet.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

Fakt Information
Name Zisterzienserinnenabtei Klosterstift St. Marienthal
Ort St. Marienthal 1, 02899 Ostritz
Region Oberlausitz, direkt an der Lausitzer Neiße
Gründung 14. Oktober 1234
Gründerin Königin Kunigunde von Böhmen
Orden Zisterzienserinnen
Status Aktives Kloster
Architektur Heute überwiegend barocke Klosteranlage nach dem Wiederaufbau ab 1683
Besonderheiten Klosterkirche, Kreuzweg, Kreuz-/Michaeliskapelle, Ehrenhof und historische Wirtschaftsgebäude
Führungen Öffentliche Klosterführungen nach Reservierung; Dauer etwa 1 Stunde
Führungspreis 2026 6 Euro pro Person bei mindestens 10 Teilnehmern
Weitere Angebote Audioguide, Klostermarkt, Klosterschenke, Gästezimmer und geistliche Angebote
Anreise Über die B99 südlich von Görlitz; Bahnverbindung auch über den polnischen Bahnhof Krzewina Zgorzelecka/Ostritz möglich


Die Abtei bietet aktuell öffentliche Klosterführungen mit einer Dauer von etwa einer Stunde an; 2026 kostet die Teilnahme 6 Euro pro Person bei einer Mindestgruppe von zehn Personen. Zusätzlich gibt es einen Audioguide, Gästezimmer, Klostermarkt und Klosterschenke.

St. Marienthal ist damit nicht nur ein historisches Denkmal, sondern bis heute ein lebendiger religiöser Ort – und zugleich eines der interessantesten Ausflugsziele im östlichsten Teil Sachsens und der Oberlausitz.

Hinweis: Dieser Text wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und von der Redaktion geprüft.

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