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Aufgaben, Geschichte, Urteile & Besucherinfos
Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) mit Sitz in Leipzig ist das oberste Gericht der Verwaltungsgerichtsbarkeit in Deutschland. Es entscheidet in letzter Instanz über Streitigkeiten zwischen Bürgern und staatlichen Stellen, wenn Fragen des öffentlichen Rechts betroffen sind. Untergebracht ist das Gericht in einem der prächtigsten Justizbauten des Landes – dem ehemaligen Reichsgerichtsgebäude.
Kurzüberblick: Das Gericht
- Gerichtsebene: Oberstes Bundesgericht der Verwaltungsgerichtsbarkeit
- Zuständigkeit: Revisions- und Sprungrevisionen im Verwaltungsrecht
- Sitz: Leipzig (seit 2002)
- Bedeutung: Leitentscheidungen für Verwaltung und Gerichte bundesweit
Für was ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig?
Das Bundesverwaltungsgericht prüft Rechtsfragen, nicht die Tatsachenfeststellung. Es sorgt für die einheitliche Auslegung des Verwaltungsrechts.
Typische Rechtsgebiete:
- Bau- und Planungsrecht
- Umwelt- und Naturschutzrecht
- Asyl- und Ausländerrecht
- Beamtenrecht
- Kommunalrecht
- Polizei- und Sicherheitsrecht
In der Regel kommt ein Verfahren erst nach den Vorinstanzen (Verwaltungsgericht, Oberverwaltungsgericht/Verwaltungsgerichtshof) zum Bundesverwaltungsgericht.

Geschichte & Architektur
Warum ist das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig?
Mit der Entscheidung, das Gericht nach Leipzig zu verlegen, wollte der Bund historische Ost-West-Ausgleichsziele nach der Wiedervereinigung umsetzen und zugleich einen repräsentativen Justizstandort stärken. Seit 2002 hat das Gericht seinen Sitz in Leipzig.
Das Gebäude
- Baujahr: 1888–1895
- Ursprüngliche Nutzung: Reichsgericht (bis 1945)
- Architekturstil: Historismus mit neorenaissancehaften Elementen
- Besonderheiten: Große Kuppelhalle, repräsentative Treppenhäuser, historische Sitzungssäle
Der Bau zählt zu den architektonisch bedeutendsten Gerichtsgebäuden Deutschlands und ist ein Wahrzeichen der Stadt Leipzig.
Bedeutende Urteile
Das Bundesverwaltungsgericht fällt regelmäßig grundlegende Entscheidungen mit bundesweiter Wirkung, z. B. zu:
- Großprojekten (Flughäfen, Verkehrswege, Energietrassen)
- Umwelt- und Klimaschutzauflagen
- Asyl- und Aufenthaltsrecht
- Beamtenstatus und -disziplinarrecht
Viele Urteile dienen nachgeordneten Gerichten als Leitlinien.
Besichtigung & Öffentlichkeit
Das Bundesverwaltungsgericht ist öffentlich zugänglich:
- Öffentliche Verhandlungen: grundsätzlich frei zugänglich
- Gebäudeführungen: regelmäßig nach Anmeldung
- Tag des offenen Denkmals: besondere Einblicke in Architektur & Geschichte
| Angebot | Hinweis |
|---|---|
| Öffentliche Sitzungen | ohne Anmeldung möglich (Ausweis mitführen) |
| Führungen | nach Voranmeldung, begrenzte Plätze |
| Barrierefreiheit | weitgehend barrierefrei |
Wer ist Richter am Bundesverwaltungsgericht?
Am Bundesverwaltungsgericht sind hauptamtliche Bundesrichterinnen und Bundesrichter tätig.
- Ernennung: durch den Bundespräsidenten
- Auswahl: Richterwahlausschuss (Bundestag & Länder)
- Qualifikation: langjährige Erfahrung im Verwaltungsrecht
- Zusammensetzung: Senate mit Vorsitzenden und beisitzenden Richtern
Die Richter entscheiden unabhängig und nur dem Gesetz verpflichtet.
Kontakt & Anschrift
| Information | Details |
|---|---|
| Adresse | Simsonplatz 1, 04107 Leipzig |
| Telefon | 0341 / 2007-0 |
| pressestelle@bverwg.bund.de | |
| Webseite | www.bverwg.de |
| ÖPNV | S-Bahn & Straßenbahn bis „Wilhelm-Leuschner-Platz“ |
Häufige Fragen (FAQ) zum Bundesverwaltungsgericht
Zur Stärkung Ostdeutschlands nach der Wiedervereinigung und wegen des repräsentativen Reichsgerichtsgebäudes.
Für die letzte Instanz im Verwaltungsrecht – es klärt grundlegende Rechtsfragen des öffentlichen Rechts.
Erfahrene Bundesrichterinnen und -richter, die durch ein besonderes Auswahlverfahren ernannt werden.
Fazit
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ist ein zentrales Pfeiler der deutschen Rechtsordnung. Es verbindet höchste juristische Autorität mit beeindruckender Architektur und ist zugleich ein Ort von öffentlichem Interesse – für Rechtssuchende, Fachleute und Besucher gleichermaßen.
