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Wer auf dem Sächsischen Weinwanderweg unterwegs ist, begegnet zwischen Dresden, Radebeul und Meißen immer wieder kleinen Weinausschänken direkt am Weinberg. Sie heißen Straußwirtschaften oder umgangssprachlich Besenwirtschaften und gehören zu den besonders ursprünglichen Möglichkeiten, sächsischen Wein kennenzulernen.
Anders als ein gewöhnliches Restaurant ist eine Straußwirtschaft eng an einen Weinbaubetrieb gebunden. Winzer schenken dort ihren selbst erzeugten Wein aus und bieten dazu meist einfache Speisen wie Fettbemmen, Käse, Wurst oder kleine warme Gerichte an.
Was ist eine Straußwirtschaft?
Der Begriff ist in Sachsen auch rechtlich definiert. Eine Straußwirtschaft ist der Ausschank selbst erzeugten Weins oder Apfelweins am Ort des Weinbaubetriebes. Sie darf höchstens vier zusammenhängende Monate beziehungsweise zwei Zeitabschnitte mit insgesamt maximal vier Monaten pro Jahr geöffnet sein. Zudem muss der Betrieb mindestens zwei Wochen vorher bei der Gemeinde angezeigt werden. Als Speisen sind lediglich kalte oder einfach zubereitete warme Gerichte vorgesehen.
Genau diese Einschränkungen erklären den besonderen Charakter vieler Straußwirtschaften: Statt umfangreicher Speisekarte und ganzjährigem Restaurantbetrieb stehen Wein, Weinberg und der persönliche Kontakt zum Winzer im Mittelpunkt.
Besenwirtschaft oder Straußwirtschaft – wo liegt der Unterschied?
In Sachsen werden beide Bezeichnungen häufig für dieselbe Form des saisonalen Winzerausschanks verwendet. Straußwirtschaft ist die gesetzlich verwendete Bezeichnung, während Besenwirtschaft ein traditioneller und umgangssprachlicher Begriff ist.
Der Name erinnert an den Brauch, einen Strauß, Kranz oder Besen sichtbar am Eingang anzubringen, wenn der Winzer geöffnet hatte. Ähnliche Einrichtungen sind in anderen deutschen Weinregionen als Besenwirtschaft, Häckerwirtschaft oder Heckenwirtschaft bekannt.
Für Wanderer bedeutet das: Wo am Weinberg eine Besen- oder Straußwirtschaft ausgeschildert ist, gibt es häufig Wein direkt vom Erzeuger und eine unkomplizierte Möglichkeit zur Rast.
Besenwirtschaften am Sächsischen Weinwanderweg
Der rund 90 Kilometer lange Sächsische Weinwanderweg führt in sechs Etappen von Pirna über Dresden, Radebeul, Coswig, Weinböhla und Meißen bis nach Diesbar-Seußlitz. Gerade zwischen Radebeul und Meißen liegen zahlreiche Weingüter und kleinere Ausschänke unmittelbar am Weg oder nur wenige Minuten davon entfernt.
Zu den bekannten Adressen gehören:
Weinschank an der Finsteren Gasse, Radebeul
Die Straußwirtschaft im Minckwitzschen Weinberg zählt zu den klassischen Einkehrmöglichkeiten in der Radebeuler Lößnitz. Von den Rebflächen eröffnet sich ein weiter Blick über das Elbtal. Der Sächsische Weinwanderweg führt auf seiner dritten Etappe durch dieses Weinbaugebiet.
Weinwirtschaft am Neufriedstein, Radebeul
Auch diese Straußwirtschaft liegt unmittelbar in der Radebeuler Weinlandschaft. Der Weinwanderweg führt auf den Ebenbergen an der Weinwirtschaft vorbei, bevor es Richtung Jacobstein und Schloss Wackerbarth weitergeht.
Weingut Fliegenwedel, Radebeul
Die kleine Straußwirtschaft gehört zu den Einkehrmöglichkeiten an den Radebeuler Weinwegen. Nach Angaben der Stadt Radebeul gibt es keine festen Öffnungszeiten – Besucher können vor Ort läuten und unter anderem Müller-Thurgau, Weißburgunder, Spätburgunder und Gewürztraminer probieren.
Straußwirtschaft Holger Schurig, Coswig
Auf der vierten Etappe zwischen Radebeul-Zitzschewig und Oberau wird die Straußwirtschaft als Einkehrmöglichkeit entlang beziehungsweise im unmittelbaren Umfeld des Sächsischen Weinwanderwegs geführt.
Besenwirtschaft „Zum Winzerschoppen“, Sörnewitz
Die Besenwirtschaft der Familie Giersberg liegt am Boselweg in Sörnewitz und damit in einer der schönsten Weinlandschaften des Meißner Spaargebirges. Sie gehört zu den ausgewiesenen Einkehrmöglichkeiten auf der fünften Etappe des Weinwanderwegs zwischen Oberau und Meißen.
Winzerhof „Im Waldacker“, Niederau
Der Winzerhof liegt nach Angaben des Weinbauverbandes Sachsen direkt am Weinwanderweg und mitten im eigenen Weinberg. Angebaut werden unter anderem Goldriesling, Riesling, Weißburgunder, Grauburgunder und Traminer. Zum Wein gibt es einfache Speisen wie Flammkuchen, Fett- und Schinkenbemmen oder Käse.
Warum sich eine Einkehr lohnt
Der besondere Reiz einer Besenwirtschaft besteht darin, Wein dort zu trinken, wo er entsteht. Häufig sitzt man unmittelbar zwischen Weinbergen, in einem Winzerhof oder auf einer kleinen Terrasse und kann mit den Produzenten selbst ins Gespräch kommen.
Gerade auf dem Sächsischen Weinwanderweg gehören diese Einkehrmöglichkeiten deshalb fast zum Wandererlebnis dazu. Der offizielle Wanderweg weist ausdrücklich darauf hin, dass unterwegs lokale Weine direkt im Weinberg in kleinen Besenwirtschaften verkostet werden können.
Allerdings sind viele Betriebe nur saisonal und teilweise lediglich an bestimmten Wochenenden geöffnet. Einige öffnen außerdem abhängig von Wetter und Arbeiten im Weinberg. Wer eine bestimmte Besenwirtschaft gezielt besuchen möchte, sollte die aktuellen Öffnungszeiten deshalb vorher kontrollieren.
Fazit
Besen- und Straußwirtschaften gehören zu den charmantesten Besonderheiten des sächsischen Weinlandes. Sie verbinden regionalen Wein mit einfachen Speisen und einer Atmosphäre, die wesentlich persönlicher ist als in einem klassischen Restaurant.
Besonders viele Möglichkeiten zur Einkehr bietet der Sächsische Weinwanderweg zwischen Radebeul, Coswig und Meißen. Wer hier wandert, sollte deshalb etwas zusätzliche Zeit einplanen – denn eine Rast zwischen den Reben mit einem Glas Goldriesling, Müller-Thurgau oder Weißburgunder gehört für viele Besucher zu den schönsten Erlebnissen entlang der Strecke.
Hinweis: Dieser Text wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und von der Redaktion geprüft.